Nachdem mit die Domain www.webplexx.net nun schon seit sechst Jahren gute Dienste geleistet hat, habe ich mich mittlerweile aber über sie hinausentwicklet. Natürlich ist mit das Internet noch immer wichtig, auch Webdesign gefällt mir nach wie vor sehr gut, nur kommt der grafische Aspekt unter diesem Namen zu kurz. Deshalb habe ich meine neue Domain zeichenschatz.net mit allen alten Inhalten dieses Blogs und auch ein paar neuen bestückt und bin mit etwas verändertem Design umgezogen.

Zeichenschatz

Dieses Blog wird innerhalb des nächsten Monats aus dem Web unter “Auf dem Weg” verschwinden. Die Domain webplexx.net bleibt zwar erhalten, wird aber auf Zeichenschatz weiterverlinkt werden. RSS-Feeds müssen also neu abonniert werden. Freu mich nun unter Zeichenschatz in Zukunft weitere kostbare Inhalte zu präsentieren!

der Beförderer - Logo

Gerade abgeschlossen: mein erstes Projekt im Gastsemester von Gudi Schwienbacher. Aufgabe war es unter dem Motto Temporary Work eine Jobbörse zu gestalten. Wie, wo und was war jedem frei überlassen. Ich entschied mich meinen in öffentlichen Aufzügen zu positionieren und sie gleich themengerecht der Beförderer zu nennen. Besonders daran ist, dass sich die Stellenangebote auf abziehbaren Aufklebern befinden, damit man sich die Information einfach mitnehmen kann. Herausfordernd war dabei eine gewisse Gliederung und Systematik zu finden, weshalb ich ein Farbleitsystem für die Dauer der Jobs und Piktogramme für die Symbole der Berufsfelder entwickelt habe. Mehr Bilder und Infos zu diesem Projekt sind im Portfolio zu finden.

der Beförderer - Jobangebot

alltagnativ - Artikel

Jetzt ist es beinahe zwei Monate her, dass ich meinem Weblog etwas Aufmerksamkeit gewidmet habe, schlimm. Die letzte Zeit war ziemlich turbulent und mit vielen Projekten und Abgaben behaftet. Dafür melde ich nun wieder zurück und das gleich mit einem wichtigen Update, dem Portfolio. Endlich gibt’s einen Raum für meine bisherigen Abreiten. Ich habe dabei auch alle wichtigen Semesterabgaben und auch andere Projekte dazugestellt, wobei dieser Bereich in Zukunft immer besser ausgestattet und auch nachbestückt werden wird. Besonders möchte ich die mir in den letzen Monaten wichtigsten Projekte betonen: das Fontdesign der Sexy Serifia und das Magazin alltagnativ. Weiters sind auch das CD-Cover-Projekt vom letzten Jahr und das Verpackungsdesign online, sowie ein akzeptables Foto von mir ist nun im Bereich About.

Sexy Serifia - Zeichsatz

Auch in der kommenden Woche wird sich einiges tun: ich werde einen neuen Namen und die neue Domain für mich bekannt geben. Damit wird auch ein Providerwechsel verbunden sein, da ich von Evanzo endgültig die Nase voll habe. Die Technologie ist veraltet und deren Leistung überteuert. Demnächst wird es mich unter neuer Bezeichnung auf Server Drome geben. Also gespannt bleiben was die nächsten Tage bringen werden…

Stanley angekommen an der Hecke

Gestern war es soweit - die größte Umsiedlungsaktion in der Geschichte der Zweipunktmarienkäfer in meiner Wohnung fand statt. Stanley ist umgezogen und zwar in eine schön kuschelige Hecke mit viel Laub nahe von hier. Dort wird er jetzt den Winter mit wahrscheinlich reichlich Nahrung verbringen. Die Wand ist jetzt schon so leer ohne ihn und ein Verwendungszweck für meine Schilder fehlt auch. Vielleicht will sie ja jemand haben? Ich schenk sie zusammen mit dem Umzugskarton gern als Weihnachtsgeschenk her!

Stanley bereitet sich im Umzugskarton auf seine neue Heimat vor Der Umzugskarton
Stanley auf einem Blatt auf dem er den Umzug vollzieht Stanley in seinem neuen Zuhause
Stanley schon versteckt in seiner Hecke

Gestern fiel mir auf der Wiener Mariahilferstraße Ecke Zollerngasse etwas seltsames auf: auf einem der zahlreichen blauen Absperrpfosten für Autofahrer klebte eine Slipeinlage mit der roten Aufschrift no means no. Etwas verwundert machte ich gleich ein Foto davon, noch ohne mir viel dabei zu denken. Da ich diese Ecke gerade als Treffpunkt vereinbart hatte und noch etwas warten musste, entdeckte ich auf einmal rechts daneben am Laternenpfosten noch eine Slipeinlage mit Vergewaltiger Angreifen! und eine auf einer Bank mit Nein heißt Nein.

no means no auf einem Absperrpfosten

Nach kurzer Recherche heute denke ich, dass es sich um die visuelle Repräsentation von Gewalt gegen Frauen im Stadtraum mit Guerillataktik umgesetzt handeln könnte:

Gerade im öffentlichen Raum, wo Bilder von passiven Frauen/Sexobjekten allgegenwärtig sind, wäre es wichtig, andere Bilder und Slogans zu installieren. Mit dem Ziel, Frauen zu stärken, ihnen ihre Macht und eigenen Handlungsspielräume vor Augen zu führen, das Bild, das Frauen als schwach und hilfsbedürftig zeigt, zu verweigern, umzuschreiben und zu attackieren: “Vergewaltiger angreifen. Überall – mit allen Mitteln. Gewalt gegen Frauen ist nie eine Privatangelegenheit: hinschauen, einschreiten, Hilfe holen, zuschlagen”, stand auf einem von autonomen Gruppen gestalteten Plakat […]. Diese Aufforderung fokussiert nicht auf Opfer, sondern diskutiert Täter auf der Ebene des Auslotens persönlicher Handlungsstrategien und -kompetenzen. (siehe IG Kultur)

Meine Aufmerksamkeit hatte diese Aktion, von der ich einmal hoffe, dass es die ist für die ich sie halte, denn konzeptionell ist die Idee sicherlich interessant und auch sehr provokativ umgesetzt. Vielleicht weiß ja jemand noch genaueres darüber und kann das Mysterium um die vermeintlichen Guerillaslipeinlagen lüften?

no means no auf einem Absperrpfosten Vergewaltiger Angreifen! auf einem Laternenpfosten
Nein heißt Nein auf einer Slipeinlage auf einer Bank Nein heißt Nein auf einer Slipeinlage auf einer Bank

Stanley noch bei mir

Vor ein paar Tagen habe ich einen neuen Mitbewohner entdeckt - einen Marienkäfer! Er ist jetzt sicher schon seit einer Woche an meiner Wand, lebt noch (soweit ich das einmal beurteilen kann) und fühlt sich anscheinend bei mir wohl. Gut, vielleicht will er ja hier überwinter. Dann habe ich aber folgende Information entdeckt:

Marienkäfer überwintern als Vollinsekten vorwiegend an Büschen oder Hecken. Immer wieder sieht man aber im Herbst Zweipunkt- und Siebenpunktmarienkäfer auch in unseren Wohnungen. Besonders die schwarzen Sechspunkte, die eine Variante des Zweipunkts sind, scheinen sich in der Wärme wohl zu fühlen. Marienkäfer, die im Winter in beheizten Räumen umherlaufen, müssen schnell an einen kühlen Ort gebracht werden, damit sie Winterruhe halten können. In der warmen Wohnung würden sie verhungern. Auch im Garten nehmen die Käfer Hilfe zum Überwintern an: Beerensträucher sind optimal, die Tiere begnügen sich aber auch mit Laub, das in Stammnähe liegen gelassen wird, Reisighaufen oder unbehandelten Holzklötzen, in die man kleine Löcher bohrt. (BR Online)

Also wird der kleine Stanley (wie ich ihn spontan getauft habe) wohl übersiedeln müssen. Ich such ihm demnächst ein nettes Plätzchen, vielleicht will ihn ja jemand in seinem Strauch aufnehmen?

Eines der schönsten und wandlungsfähigsten Corporate Designs, das ich bisher betrachten durfte, ist mir gestern untergekommen. In der Ausstellung der Preisträger des Joseph Binder Awards 2006, der alljährlich von Design Austria veranstaltet wird, ist mir das CD von Angelika Mathis AM Gestalten besonders aufgefallen.

AM Gestalten Visitenkarte Angelika Mathis

Eigentlich besteht es nur aus einem Papierstreifen der flexibel auf das Briefpapier, den Umschlag, ein Paket, die Visitenkarte, oder ein Säckchen mit Zuckerln etc. geklebt wird. So etwas ist jetzt nicht unbedingt neu, öfter schon wurden einfach Tapes auf die Drucksorten geklebt. Das Besondere ist nun aber, dass auf dem Streifen verschiedene Begriffe ankreuzbar sind. Und so kann dieses kleine klebende Stückchen auf Schleifpapier als Visitenkarte mit AM Feinschliff als angekreuzten Begriff gleich eine ganz andere Sprache sprechen, als mit AM Platzieren auf einem Post-it. Der Ideenreichtum, die Leidenschaft, Einsatzmöglichkeiten und Freude die darin stecken sind spürbar.

Eine deutliche Vergrößerung der Visitenkarten mit weiteren inspirierenden Varianten ist auf der Website von Angelika Mathis zu finden. Leider gibt es noch nicht mehr Informationen aber ich blicke einmal optimistisch in die Zukunft.

Wie letzten Monat mit Kurt Weidemann fand auch gestern wieder ein Vortrag der Typographsichen Gesellschaft im Desingforum im Museumsquartier statt. Verena Gerlach hat sich in den letzen Jahren als Schriftentwerferin und Grafikdesignerin in ihrer geliebten Heimatstadt Berlin profiliert. Der Vortrag war ungemein inspirierend, da es einfach schön anzusehen war, mit welchem Interesse und welcher Leidenschaft Frau Gerlach ihre Umwelt wahrnimmt und auf diesem Weg zu vielen ihrer entworfenen Schriften gelangt ist.

FF Karbid von Verena Gerlach (Grafik von Verena Gerlach)

Nach dem Mauerfall trieb sie ihre Neugierde nach Ostberlin um dort die vielen alten gemalten Schilder- und Fassadenbeschriftungen zu fotografieren. Fasziniert davon, was alles im Osten noch überlebt hatte, begann sie aus den gesammelten Fragmenten langsam eine Schrift zusammenzusetzen und zu digitalisieren. Daraus wurde die Textschrift FF Karbid und die plakative FF Karbid Display.

FF City Street Types von Verena Gerlach

Da man nach der Wiedervereinigung sehr darauf erpicht war alles Unterschiedliche zu beseitigen, machte sich Verena Gerlach auf um “zu suchen, zu finden und zu retten”, wie sie es nennt. Auch die beiden Straßenschildertypen der einst geteilten Hauptstadt sollten in ihrer Verschiedenheit nicht in Vergessenheit geraten. Setze man damals im Westen hochwertige Emailschilder ein, so musste der Osten aus Kostengründen darauf verzichten und nahm einfach doppelschichtiges Plasikt, dass außen weiß und innen schwarz war. Die Buchstaben wurden mit einer CNC-Fräse herausgeschnitten, waren demnach sehr konstruiert und mit einheitlicher Strichstärke. Die beiden Schriften wurden von Verena Gerlach ebenfalls digitalisierte und zur FF City Street Type in der es eine City Streets Berlin West und City Streets Berlin East gibt. Mit Bedauern stellte sie aber fest, dass es heute ein absolutes Durcheinander an Straßenbeschilderung gibt in der auch eine Art Frutiger-Adaption verwendet wird. Wer dafür verantwortlich ist, habe sie aber noch nicht herausfinden können.

PTL Tephe von Verena Gerlach (Grafik von Verena Gerlach)

Eine weitere unglaublich interessante Schrift schuf die entdeckungsfreudige Designerin mit der PTL Tephe. Besonderes Merkmal ist die durchlaufende Linie unter den Buchstaben. Als Verena Gerlach und viele andere Menschen im Kreativgewerbe die Möglichkeit wahrnahmen sich vorübergehend günstig in einem alten DDR-Bürohaus einzumieten, entdeckte sie handgeschnittene Plastik-Steckbuchstaben die für eine Mieterindextafel im Eingangsbereich gemacht waren. Diese Buchstaben hatten eine glatte Linie unterhalb damit sie in die Tafel gesteckt werden konnten. Verena Gerlach fand das so faszinierend, dass sie sie einfach dazunahm. Schließlich wurde die Tephe auch Hausschrift des gemeinsamen Büros unter dem Namen HdL (Haus des Lehrers). Diesen Sommer wurden auf Anfrage eines schweizer Museums auch Kleinbuchstaben für die Schrift entwickelt.

Natürlich hat die engagierte Typografin noch weitere Schriften geschaffen, zeigte aber auch einige ihrer grafischen Arbeiten und erzählte von “ihrer dunklen Seite”, wie sie ihrer Liebe für “Trash” nennt, da sie als Artdirector eines Musikvideos der No Angels und von Vany mitarbeitete.

Mit beinahe zwei Stunden war dieser Vortrag wohl der längste, den es bisher von der Typographischen Gesellschaft gab, dafür war er aber bis zur letzen Minute interessant und wirklich motivierend. Ein schlimmer Verlust also an alle die nicht dabeigewesen sind. Zum Trost gibt es 13. Dezember ja noch Jan Middendorp zu sehen

* die verwendeten Grafiken in diesem Artikel stammen von Verena Gerlach.

Mentadent reiningt  auch zwischen den den Zähnen

Vom Erich, meinem Studienkollegen, beim Zähneputzen entdeckt.

* Edit: Für alle, die nun nichts ungewöhnliches daran erkennen mögen - den Text im Bild einmal genauer ansehen.

Tragische Schönheit

Heute habe ich auf dem Weg nach Wien am Bahnhof Baden etwas zum Glück Seltenes entdeckt. Neben den Gleisen lag ein toter Fasan, der wahrscheinlich von einem Zug erwischt wurde. Am Rückweg musste ich die Gelegenheit nutzen und dieses edle Geschöpf fotografisch festhalten. Ein Jammer, dass es gerade in solch einer Situation war. Dennoch finde ich es sehr erstaunlich, wie unglaublich kräftig und lebendig sein Federkleid noch wirkt.

Tragische Schönheit Tragische Schönheit